
Meine fünf Reisetipps für Madeira
BlogZugegeben, mich hat eigentlich nur ein zufällig entdecktes, günstiges Flugangebot im letzten Herbst nach Madeira geführt. Reiseziel für passionierte Gärtner und Wanderfreunde, oder?
Eigentlich war die Blumeninsel im Atlantik gar nicht so weit oben auf meiner Bucket-List. Und was soll ich sagen, dieses tropische, bergige, farbenfrohe Eiland, das meiner Meinung nach mit keinem anderen Ort in Europa vergleichbar ist, hat mich absolut überrascht, überzeugt und letztendlich in seinen Bann gezogen.
Das angenehme Wetter – nicht zu heiß, die tropische Vegetation und die Vielseitigkeit auf kleinstem Raum sind meine absoluten Highlights. Ich habe so viele tolle Erlebnisse während meiner 8-tägigen Reise gehabt, sodass meine fünf Tipps nur ein Auszug aus einer Fülle von besonderen Erlebnissen sind.
Lisa 💚 von erlebe

1. Hoch hinaus auf den Pico do Arieiro
Der Pico do Arieiro ist einer der höchsten Berge Madeiras – und ein absolutes Must-See. Doch Vorsicht bei der Anfahrt: Wenn ihr die falsche Straße erwischt, wird es richtig steil. Für jemanden wie mich, der vom platten Niederrhein kommt, war das eine echte Herausforderung. Ich empfehle daher, die Route über Monte zu nehmen. Diese ist weniger nervenaufreibend und bietet unterwegs auch noch die Möglichkeit, den Botanischen Garten zu besuchen – eine tropische Oase mit grandioser Aussicht über Funchal und die Südküste.
Profi-Tipp: Fahren Sie früh morgens los! Die Parkplätze sind später meist überfüllt, und das Licht in den Bergen ist am Morgen besonders schön. Denken Sie auch an warme Kleidung: Sobald Sie die Küste hinter sich lassen, wird es frisch und windig. Eine Windjacke und lange Hosen sind Gold wert.

Am Gipfel des Berges gibt es ein Restaurant und sanitäre Einrichtung. Ich bereite mich hier für meine Wanderung vor. Mein Ziel ist (eigentlich) der Pico Ruivo, der höchste Berg der Insel. Die Tour ist als anspruchsvoll eingestuft und recht lang. Man sollte hierfür den ganzen Tag einplanen. Am Pico do Areiro starten viele andere Touristen mit mir die Wanderung. Wir laufen entlang eines Grates, der gut gesichert ist und spektakuläre Aussichten über das gebirgige Inselinnere bietet. Wir laufen weiter zur Himmelsleiter und schießen viele Fotos, wie alle anderen auch. Die steinernen Stufen, die in den Himmel zu führen scheinen, sind ein beeindruckendes Fotomotiv. Als ich von hier die Wanderung fortsetze zerstreut sich die Anzahl der anderen Touristen und weniger Menschen setzten die Route hier fort. Kurze Zeit später stellt sich jedoch heraus, dass ich die Route nicht fortsetzen kann, der Weg wurde von der Bergwacht gesperrt wegen Steinschlages. Schade für mich an diesem Tag – aber dafür haben sich an diesem Tag noch genügend Zeit für die Besichtigung des Botanischen Gartens und einen Grund mehr, noch einmal nach Madeira zu reisen um die Wanderung zu beenden.


2. Natural Pools in Seixal
Porto Moniz mag die berühmteren natürlichen Schwimmbecken der Insel haben, aber wenn Sie mich fragen, sind die Natural Pools in Seixal die bessere Wahl. Denn sie sind weniger überlaufen, kostenlos und wirken wirklich „natürlicher“ – ganz ohne Freibad-Atmosphäre. Sie können oberhalb im Ort Seixal Ihr Auto entlang der Straße abstellen und dann den steilen weg zu Fuß zu den Pools hinunter laufen. Es gibt mehrere Einstiege in die Becken. Aber Achtung, die Felsen sind sehr rutschig. Gehen Sie am besten langsam ins Wasser. Auch Badeschuhe sind sicherlich empfehlenswert.
Und der Blick? Atemberaubend. Sie schwimmen in ruhigem Meerwasser mit einer unschlagbaren Aussicht auf die Brandung, während Krebse sich auf den warmen Felsen sonnen.
Tipp fürs Mittagessen: Das Restaurant „Las Caraibas“ liegt sichtbar von der Hauptstraße, kurz vor Seixal, aus Porto Moniz kommend. Ein kleiner Geheimtipp mit Meerblick und köstlicher lokaler Küche.
3. Jardim do Mar
Dieser kleine Ort hat mich mit seinem Charme komplett verzaubert. Die engen, schattigen Gassen und die weiß getünchten Häuser erinnern an die malerischen Dörfer in Süditalien und Griechenland.
Ich schlendere in aller Ruhe durch diesen entspannten Ort, in dem die Bewohner Ihre Wohnungen liebevoll mit Blumen und Kunsthandwerk dekorieren und kleine Plätze immer wieder den Blick auf das Meer frei geben. Über schmale Treppen kann man den Weg runter zur Promenade oberhalb des Wassers gehen. Dieser Panoramaweg ist breit ausgebaut, Bänke mit Meerblick laden zu einer Pause ein und der Wahnsinns Blick über die Südküste ist ein beeindruckendes Fotomotiv. Den Besuch von Jardim do Mar können Sie zum Beispiel gut mit einem Strandaufenthalt in Calheta kombinieren.
Mein Tipp zum Einkehren: Joe’s Bar. Unter einer grün berankten Pergola sitzen, einen kalten, frisch gepressten Orangensaft trinken und das köstliche Essen in aller Ruhe genießen, waren einfach unbezahlbar.


4. Santana & die Panorama-Aussichtspunkte entlang der Nordküste
Santana ist bekannt für seine traditionellen, strohbedeckten Häuser – touristisch, ja, aber trotzdem sehenswert und ein wunderschönes Fotomotiv mit tollen Farben. An einem Hauptplatz im Zentrum des Ortes reihen sich einige dieser typischen Dreieckshäuser aneinander mit roten Türen und blauen Verzierungen. Fast alle sind geöffnet und bieten lokale Köstlichkeiten und andere Souvenirs zum Verkauf. Ich habe hier meinen ersten Poncha probiert – ein typischer Cocktail auf Madeira aus Zuckerrohrschnaps und Maracuja.
Tipp: Machen Sie einen Stopp im Café „O Moinho“. Dort gibt es nicht nur leckeren Kaffee und Pastel de Nata, sondern auch ein entspanntes Plätzchen für eine kleine Pause. Und ein großer, kostenloser Parkplatz befindet sich auch noch nebenan.
Nach meinem Santana-Besuch fahre ich die Nordküste entlang. Man sollte für diese Fahrt genug Zeit einplanen, denn einfach durch zu fahren, wäre zu schade: Ein sehenswerter Ausblick jagt den nächsten. Mein Favorit nach zahlreichen Stopps ist der Miradouro do Arco de Sao Jorge: Ein verstecktes Plätzchen bei einem Outdoor-Basketballplatz. Dahinter führt ein Weg entlang zu einer von Bougainvilleas bewachsenen Pergola – der Blick auf die Steilküste ist spektakulär und ein perfektes Fotomotiv.
5. Sao Lourenco
Madeira ist bekannt für seine grünen Hügel und tropischen Pflanzen. Umso überraschender ist die Wanderung auf der Halbinsel Sao Lourenco. Hier erwartet Sie eine ganz andere Welt: Staubtrocken, karg und beinahe wüstenartig. Der Weg ist nicht besonders anspruchsvoll, aber die Aussicht auf den östlichsten Zipfel der Insel ist stets im Blick und die Anstrengung wert. Bei klarem Wetter sieht man im Hintergrund sogar die Nachbarinsel Porto Santo im Meer aufragen.
Nach einer guten Stunde wandern wartet das Sea Spot Café – ein schattiges Plätzchen, wo ich ein kaltes Getränk und die Meeresbrise genossen habe. Nach der Wanderung in der prallen Sonne war das einfach perfekt.
Auf dem Rückweg läuft man fast dieselbe Strecke zum Auto zurück. Alternativ können Sie am Café einen Bootstransfer zurück zum Ausgangspunkt buchen.

Das waren nur fünf meiner persönlichen Madeira-Highlights. Natürlich gibt es auf der Insel noch viel mehr zu entdecken – von den berühmten Levadas, der quirligen Hauptstadt Funchal bis zu versteckten Buchten und charmanten Dörfern habe ich noch gar nicht berichtet. Madeira bietet noch so viel mehr als Blumen und Wandern. Ich empfehle Ihnen, Ihre Koffer zu packen und sich selbst von der Vielseitigkeit zu überzeugen.
Ihr Madeira-Fan Lisa
